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MM-185069_Interview_Sterner_NEU.mp4
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Ja, mein Name ist Michael Sterner, ich bin Professor für Energiespeicher und Energiesysteme an der Technischen Hochschule in Regensburg, leite die Forschungsstelle Energienetze, Energiespeicher und auch das Institut für Energiespeicher. Also wir haben auf einer Seite ganz viel Windstrom im Norden, den wir nicht integrieren könne und wegschmeißen um dann als Ausgleich wieder fossile Kraftwerke ans Netz gehen zu lassen in diesen Zeiten. Es kostet uns bis zu einer Milliarde jährlich in Deutschland und es ist eine reine Geldverschwendung, die nicht sein muss. Auf der anderen Seite haben wir ein Problem mit der Versorgungssicherheit, weil wir machen Kohleausstieg, Atomausstieg und wir müssen uns endlich um das Thema gesicherte Leistung kümmern. Eine Versorgungssicherheit kommt nicht durch eine Stromleitung zustande, wenn am Ende der Stromleitung kein Kraftwerk oder Speicher mehr steht und deswegen haben wir das neue Konzept "Netzpuffer" entwickelt. Ein Netzpuffer ist eine Kombination aus einem großen Batteriespeicher im Norden und einem Gaskraftwerk im Süden, die kombiniert als Tandem betrieben werden und immer dann, wenn wir Stromnetzengpässe haben, ein Stau im Stromnetz entsteht, im Norden den Windstrom speichern, ihn nicht wegschmeißen und im gleichen Takt dann Gaskraftwerke im Süden ans Netz gehen lassen. Das beides als Netzbetriebsmittel betreiben. Dann haben wir den Windstrom gerettet, aber zusätzliches Gas verbraucht. In der zweiten Phase, beispielsweise in der Nacht, kann man dann auf der Stromautobahn in den Süden düsen und immer dann, wenn die Stromnetze frei sind, den Speicher wieder entleeren und den geretteten Windstrom von Nord nach Süd transportieren. Zeitgleich geht dann irgendein Kraftwerk vom Netz, meinetwegen ein Kohlekraftwerk, und spart dadurch den Brennstoff wieder ein, den wir in der ersten Phase gebraucht haben. Das ist so ganz kompakt die Funktion des Netzepuffers und dadurch können wir für mehr Versorgungssicherheit und mehr Integration erneuerbarer Energien in Nord und Süd sorgen. Also dieses Netzpufferkonzept ist mitnichten ein Ersatz für die Stromtrassen, sondern eine Ergänzung, und zwar so lange, wie wir Versorgungssicherheit brauchen, die wir aber dauerhaft brauchen, aber kurzfristig so lange wie wir noch Überschüsse im Norden haben. Die werden natürlich irgendwann mal wegfallen, sobald die Leitungen stehen. Aber das ist nicht absehbar, dass es in der nächsten Zeit passiert. Deswegen ist es sinnvoll, diese beiden Elemente noch einmal einzusetzen als Betriebsmittel, ähnlich wie die HGÜ. Die sind auch nicht wirtschaftlich, aber sie werden gebraucht, um die Energieversorgung zu sichern.