ContentHub
MM-379801 Lastmanagement_DE_V2.mp4
10 views
View transcript
Wir haben beim WAGO Energy Tech Talk bereits viel über die Herausforderungen und Lösungen gesprochen, wenn es darum geht, die öffentlichen Versorgungsnetze fit für die Energiewende zu machen. Doch es ist kein Geheimnis, die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn die Wirtschaft mitzieht. Deshalb ist es wichtig, auch diese Seite näher zu beleuchten. Das große Ziel der Klimaneutralität wird in diesem Zusammenhang sehr häufig von den produzierenden Industrieunternehmen selbst propagiert. Geht es dabei lediglich darum, den Energieverbrauch zu reduzieren? Welche technischen und technologischen Hürden müssen Unternehmen dabei überwinden? Und welche Kriterien sind die wichtigsten und notwendigsten, die erfüllt werden müssen? Genau diese Fragen bespreche ich heute mit Lukas Dökel. Er ist bei WAGO seit knapp neun Jahren und beschäftigt sich mit den Themen Digitalisierung, Energiemanagement und Lastensteuerung im industriellen Umfeld. Er ist überzeugt proprietäre Systeme bremsen die Energiewende nur aus. Schön, dass du da bist, Lukas. Ich freue mich. Vielen Dank, Heiko. Ja, ich würde sagen, wir fangen auch gleich mit der ersten Frage an: Wohin hat sich denn das Energiemanagement von Industrieunternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt? bzw. In welche Richtung muss es sich entwickeln, um diese Energiewende zu schaffen? Also wenn wir jetzt mal rückblickend schauen, war natürlich der Haupttreiber der Kostendruck der Industrie Energie einzusparen und es war viel Idealismus auch dabei, wahrscheinlich immer getrieben, effizienter und grüner zu werden. Auch CO2 Footprint war in der Vergangenheit schon Thema und wird immer mehr ein Thema werden. Oder ist es schon, das muss man auch sagen. Jetzt haben sich die Rahmenbedingungen ja aktuell relativ stark geändert und wir merken mehr und mehr die Abhängigkeiten, die wir haben und die Schwächen, die wir in der Infrastruktur haben. Das ist neben der steigenden steigenden Erzeugung von regenerativen Energien jetzt eben auch in der Knappheit von anderen Ressourcen begründet. Und ja, jetzt wird es noch mal umso konsequenter, dass wir den zweiten Schritt gehen, weg von dem reinen Energiemonitoring, wo wir natürlich auch Effizienzpotenziale identifiziert haben, Energieflüsse gemessen und eingegriffen hin zur effizienten Steuerung unseres Microgrids, unseres Industriestandortes, wo wir viele, viele Teilnehmer haben von Erzeugungsanlagen, Speicheranlagen, und Verbrauchern. Und das wollen wir natürlich möglichst effizient betreiben. Und wir haben ja auch eine Aufgabe, wir sprechen immer nur von der Veränderung in der Infrastruktur, in den Energienetzen. Aber ich sage mal, wir als Verbraucher, wir als Industrie haben ja einen großen Impact, diese Spitzen zu reduzieren, die wir erzeugen und den Gesamtverbrauch, weil das macht einen Großteil aus. Genau das denke ich auch. Wenn wir jetzt über das Entschuldige, wenn ich unterbreche, aber wenn wir jetzt immer über das Thema Monitoring sprechen, so wie es ja in der Vergangenheit war, dann war das ja klassischerweise messen. Also ich sage immer, am Anfang war die Messung, weil ohne die ist kein Monitoring und auch keine Analyse an der Stelle möglich. Aber wie schaffen denn diese Industrieunternehmen jetzt diese Voraussetzungen für so eine eigene Infrastruktur, das noch noch besser zu machen und auch in diese, wie du gesagt hast, Aktion zu kommen? Ich weiß gar nicht, wer das mal gesagt hat, am Anfang war die Messung, aber mittlerweile ist es viel zitiert. Aber es ist ja auch die Wahrheit. Also genau da fangen wir an und das ist die Basis von allem. Wir müssen zum Ersten die Transparenz haben, um dann wirklich in die Regelung zu kommen. Und wir verlassen jetzt den Bereich der der Reaktion und gehen in die Aktion. Und das ist, glaube ich, der entscheidende zweite Schritt, den wir jetzt gehen müssen. Energiemanagementsysteme waren, wie ich schon am Anfang gesagt habe, sehr proprietär. Oft, wurde ein Zähler geliefert, da wurde eine Software geliefert, die Daten wurden irgendwo visualisiert und das war fürs Energiemanagement nach 50001 oder nach Umweltmanagementaspekten oder auch nach irgendwelchen anderen Auditierungsaspekten ausreichend. Das reicht aber nicht mehr. Wir kommen heute dahin, dass wir mehr und mehr Erzeugungsanlagen am Standort haben. Wir haben das Thema Homeoffice, wir haben das Thema Ladeinfrastruktur. Das verändert unsere Lastkurve im Unternehmen erheblich. Das ist nicht nur die Produktion, sondern auch noch viele andere Einflussfaktoren, die darauf einwirken. Und wir müssen es schaffen, das zum einen zu harmonisieren, also auf eine Basis zu bringen. Das ist das Energiemanagement und wir müssen es schaffen die anderen Aktoren und oder Sensoren will ich nicht sagen, aber zumindest Möglichkeiten mit zu integrieren in die Infrastruktur. Wenn man sich jetzt den Treiber oder die Treiber dafür noch mal anschaut das Thema Autarkie ist das jetzt doch noch mal ein großer Punkt? Weil ich sage mal gerade in der aktuellen Situation Ressourcenknappheit für Gas, für Energieerzeugung überhaupt, Autarkie, also selbst Strom produzieren. Ja, ist in der aktuellen Lage wichtiger denn je. Jetzt kann man aber sicherlich sagen die großen Industriestandorte haben schon viel getan. Viele sind auch autark, weil sie ein Kraftwerk am Standort haben, wenn man das so sehen möchte. Aber nicht jeder kann auch eine PV-Anlage auf dem Dach installieren, aus welchen Gründen auch immer. Aber natürlich muss das das Ziel sein, möglichst eine hohe Autarkie zu erreichen. Das gilt im Kleinen zu Hause wie im Großen. Weil das ist natürlich das Effektivste da zu produzieren, wo ich es auch verbrauche. Aber ich kann natürlich auch auf anderen Wegen Autarkie erreichen. Oder Autarkie ist vielleicht falsch gesagt. Zumindest erst mal eine Flexibilität erreichen, dass ich selbst entscheiden kann, wann ich verbrauche. Das kann ich über Speichermedien machen, das kann ich zum Beispiel über andere Speicherung machen. Das kann ja in verschiedenen thermischen Versionen seine elektrischen Versionen sein. Da gibt es viele Ansätze, Aber ich glaube, der große Schlüssel liegt erst mal in der Analyse des Verbrauchs und der Lasten. Und hier zu schauen, wie kann ich Last verschieben, Spitzenlasoptimierung machen, Lastverschiebungen machen oder eben auch dann später mit dem Netzbetreiber eine Flexibilisierung der Lasten mit zur Verfügung stellen zum Beispiel. Dafür brauche ich aber auch eine gewisse Aktorik dabei. Wenn ich mir jetzt schon Energiesysteme oder im Energiedatenmanagementsysteme installiert haben, die für das Monitoring da sind, können die denn auch zukünftig, ich sage mal für das Thema der Aktorik mit genutzt werden? Ja, auf jeden Fall, müssen sie sogar. Weil wir haben glaube ich nicht die Kapazitäten und auch nicht die Mittel, da alles neu zu installieren, sondern auch hier ist wieder die Basis, das Energiemanagement. Und wir haben es in der Vergangenheit gesehen. Wir hatten sehr stark am Anfang getrieben elektrische Energie und andere Medien sicherlich auch, aber elektrische Energie war so der Fokus bei vielen, da wurde drauf geschaut. Dann kam die Novellierung des Energiemanagements nach ISO 50001. Dann war es auf einmal wichtig Einflussfaktoren zu erfassen Produktions- größen, Betriebszeiten, Temperaturen, Drücke und ähnliches und schon da hat sich herauskristallisiert, es ist nicht der Energiezähler, sondern es wird eine Instanz geben, die sowohl mit bestehenden Steuerungsanlagen und Produktionsanlagen zum Beispiel sprechen kann oder auch zusätzlich Sensorik im Feld zu integrieren und diese dann einzubinden. Und der dritte Schritt wird jetzt sein der Eingriff in diese Systeme. Und auch da sind wir auf Basis eines Steuerungssystems. Aber wenn es darum geht, Produktionsdaten da noch mal mit einzubinden, unterschiedliche Zähler von unterschiedlichen Medien, dann dann impliziert das bei mir, ich habe das macht es total kompliziert. Ich habe viele Sprachen, ich habe viele Teilnehmer, unterschiedliche Kommunikationswege, die noch mit dabei sind. Wie kann ich das denn, weil wir sind ja hier im Energy Tech Talk, Wie kann ich denn diese Dinge mit zusammen integrieren, also auch auf rein technischer Basis? Wie mache ich das in der Praxis? Das ist der Grund, warum viele unserer Projekte und Kunden schon bereits zertifizierte Unternehmen sind, jetzt aber merken, mit ihrem bestehenden System schaffen sie das einfach nicht, weil wir proprietär Systeme haben, die eben nicht die Flexibilität erlauben, hier noch zu erweitern und eben solche Protokolle mit aufzunehmen oder auch die Eingriffe zu schaffen. Und genau da setzen wir an und wollen dem Kunden genau diese Angst oder diese Sorge nehmen. Feldbusunabhängigkeit ist da ein Thema, also bestehende Systeme zu integrieren. Offenheit ist da ein Thema. Die Topologie muss so gestaltet sein, dass sie jederzeit erweiterbar ist, ohne dass ich von vornherein alles wieder austauschen muss, nur weil gerade ein neuer Trend kommt oder nur, weil ein neuer Feldbus kommt. Das muss gegeben sein und das schaffen wir eben auch mit Systemen, die vorkonfektioniert sind, wo eine bestehende Software drauf läuft, die eben eine einfachere Konfiguration, zum Beispiel dieser Datenerfassung dann ermöglicht und es auch standardisierten Protokollen zur Verfügung stellt und somit eine Ebene bildet, eine Schnittstelle, auf der alle anderen Systeme interagieren können. Also Software ist da auch ein entscheidender Beitrag. Wobei ich sagen muss, die Software muss also auch offen dafür sein, um diese unterschiedlichen Sprachen und Teilnehmer miteinander kombinieren zu können, vereinigen zu können. Schauen wir uns mal die Hardware mit an. Wenn ich jetzt auf die Hardware schaue, dann frage ich mich immer wie performant müssen denn solche Steuerungen sein? Also auf der einen Seite das um das zentral managen zu können, ist das eine, aber auf der unteren, auf der Feldebene, wie stark muss denn dort die Performance oder wie hoch muss die Performance von Steuerungssystemen, PLCs und so weiter sein? Ja, das kommt ganz darauf an, wie das Unternehmen, wie der Kunde nachher seine Infrastruktur gestalten möchte. Wir sprechen heute über Cloud Systeme in vielen Fällen, die als Infrastruktur genutzt werden können. Wenn ich aber sage, ich möchte das am Standort machen, dann ist es natürlich notwendig, dort eine erhöhte Rechenleistung zur Verfügung zu stellen. Aber das haben wir auch, diese Möglichkeiten, heute. Wir haben zum Beispiel auf PLC Ebene die Möglichkeit, schon Voranalysen zu machen, KPIs zu bilden, den Datenschutz erheblich zu reduzieren und schon den Informationsgehalt anzureichern. Wir können schon lokal visualisieren, sodass der Bediener vor Ort dann auch einen direkten Eingriff hat und ein Benefit auch seiner erfassten Daten hat. Dann kommt die nächste Instanz, die Edge-Ebene. Hier haben wir relativ ausreichende Performance und ja Prozessorleistungen für erste Analysen, für Visualisierungen, für Datenbanken. All das kann da schon laufen, also da ist diese Infrastruktur schon gegeben. Und die viel größere und wichtige Frage ist vielleicht, wer will das alles tun? Wir? Wir stellen heute fest, wir finden kaum Handwerker, also die, die die Leute, die es wirklich umsetzen und auch pflegen müssen, also die Facility Manager in den Unternehmen oder wer auch immer sich dann ums Energiemanagement kümmert, sind heute schon mit vielen, vielen Themen belastet. Sie brauchen dafür eine spezielle Expertise. Genau. Sie müssen das gesamte Thema an der Stelle ja auch verstehen. Dem Energiemanager haben wir immer zugemutet, auch Automatisierer zu sein oder sich mit Protokollen auszukennen und oben soll er die Daten analysieren. Das muss alles einfacher werden. Wir haben das, auf gewissen Ebenen können wir das super, das schaffen wir die Einfachheit über Konfiguration, Software oder Ähnlichem. Jetzt geht es im nächsten Schritt darum, diese Informationen so effektiv zu analysieren, dass der Energiemanager nur noch in Aktion treten muss und sagen muss, okay, das tun wir und das tun wir eben nicht, weil es natürlich auch produktionsabhängig ist. Und wenn wir da sind, dann haben wir schon viel geschafft. Aber er muss es nur einmal entscheiden. Im Endeffekt läuft es dann automatisch ab. Genau. Der erste Schritt wird jetzt sein, dass der Energiemanager sicherlich noch mit überprüft und im finalen Ausbau wird es dann so sein, dass es hoffentlich im Hintergrund so autark und so gut läuft, dass sich gar keiner mehr drum kümmern muss. Das heißt, wenn ich die Last habe, dann brauche ich auch eine gewisse Bereitstellung von elektrischer Energie oder welcher Energieform auch immer. Und das macht das Energiemanagement im Hintergrund, ohne mein System zu überlasten, ohne dass ich reduzieren muss an der Ladeinfrastruktur, weil gerade die Kollegen alle angekommen sind und laden wollen. Das muss automatisiert laufen und das können wir heute schon, eventuell noch energiesparend und mit einem gewissen Grad an Autarkie. Ja. Ich glaube, das ist ein ganz guter Schlusspunkt. Ich fasse mal zusammen, also es ist jetzt nicht nur, dass wir das Energie messen haben, sondern es ist ein wirklich komplexer Vorgang. Wir müssen also auch in diese Aktion mit reinkommen, dass wir diese Energiesysteme, diese Vielzahl an offenen Kommunikationswegen, an Sprachen, an Protokollen zusammenführen. Und genau an dieser Stelle sagen können okay, wir haben also eine zentrale Instanz, wie auch immer, die gelagert ist, ob die Cloud gelagert ist oder ob die on premise auf einem Edge Computer, dann entsprechend läuft. Aber dass man eben dann sagt, ich habe eine entsprechende Entscheidung, die also durch den Energiemanager, den Facility Manager, gekommen ist, die dann nach vorne gehen und sagt, das sind jetzt die konkreten Dinge die zu tun sind, und dann wird das Ganze automatisiert ablaufen. Wir brauchen keine neue Hardware dafür. Die Hardware sollte an der Stelle schon genutzt werden, die möglicherweise vorhanden ist. Und ich glaube, das sind die ersten Anzeichen dafür, dass man in diese Richtung geht. Das ist, glaube ich, noch ein langer Weg, der vor uns liegt. Ich glaube, da stimmst du mir zu und dann müssen wir einfach sehen, dass wir dort wir alle ins Tun kommen. Und ich glaube, wichtig ist, dass wir dabei bleiben. Jetzt aktuell haben wir die Rahmenbedingungen die sich hoffentlich zum Positiven weiterentwickeln werden und dann vielleicht auch wieder so ein bisschen der Druck verloren geht. Ich hoffe mir, dass wir den Druck zumindest behalten, dass wir alle merken, dass wir die Abhängigkeiten verlieren müssen und dass wir uns selbst optimieren müssen. Und wenn wir das schaffen und auch langfristig schaffen, dann sehe ich keine Probleme. Dann haben wir alle Karten selbst in der Hand. Alles klar. Lukas, ganz, ganz vielen Dank, dass du heute hier warst, deine, deinen Impact, deine Praxiserfahrung mit uns teilen konntest. Natürlich können und wollen wir im Rahmen des Energy Tech Talks keine adaptierten Lösungen hier vorgeben, aber ich denke, das technisch und technologisch haben wir wieder kurz und knapp eine Orientierungsrichtung aufgezeigt, wie die Energiewelt von morgen nachhaltig gestaltet werden kann. Vielen Dank fürs Zusehen und auch fürs Zuhören. Weitere Informationen zu diesem Thema und auch zu den Lösungen finden Sie verlinkt in der Infobox. Dann würde ich sagen, bis zum nächsten Mal. Danke, Lukas. Vielen Dank, Heiko.