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20250910-WALM#6-Modbus-DE.mp4
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Hallo, in diesem WAGO-Tutorial zeigen wir, wie man im WAGO Load Management Daten über Modbus bereitstellt. Wie schon in den bisherigen Tutorials zum WAGO Load Management, arbeiten wir auch hier wieder mit einem CC100 auf dem das WAGO Load Management installiert und lizensiert ist und einem PFC 200, auf dem eine Lade Park Simulation als CODESYS 3.5 Visualisierung läuft. Zusätzlich verwenden wir in diesem Video noch das Software Tool Modbus Poll, um uns zum einen die Modbus Daten anzuschauen aber auch um Daten zu senden. Wir starten im WAGO Load Management. Ganz grundsätzlich gibt zwei mögliche Modbus Kommunikationsrichtungen, die wir in diesem Zusammenhang unterscheiden müssen. Das eine ist die im Zusammenhang mit der Konfiguration der Zähler und Ladesäulen, bereits gezeigte Richtung WAGO Load Management, Zähler und Ladesäulen. Diese wird direkt in den Zählern und Ladesäulen konfiguriert und aktiviert. Die andere Richtung ist aus dem WAGO Load Management heraus, um mit Modbus Daten weiterzugeben an ein übergeordnetes System, das wir in unserem Fall mit Modbus Poll simulieren. Das WAGO Load Management ist dann der Server, der Daten an einen Client sendet oder von diesem Daten erhält. Die Besonderheit ist hier, dass es sich hierbei um ein spezielles Modbus Modell handelt, das SunSpec Modell. Das SunSpec Modell wurde speziell für den Einsatzt im Bereich Photovoltaik- und Energiemanagementsysteme entwickelt. Daher sind viele Einstellungen, Register und Adressen vordefiniert, was ein paar Besonderheiten mit sich bringt, die man vielleicht so aus der klassischen Modbus Konfiguration nicht gewohnt ist. Zunächst müssen wir im Menü Konfiguration unter Schnittstellen Modbus aktivieren. Der Port, sollte über den „Well- Known Ports“ 0-1023 liegen. Auch der Modbus Standardport 502 ist nicht zulässig. Daneben befindet sich der Button: „Aktive Geräte anzeigen“ – Uns werden noch keine Geräte angezeigt, also müssen wir diese hinzufügen. Wir gehen ins Dashbord und öffnen die Einstellung z.B. des Netzanschluss Zählers. Hier aktivieren wir: „Daten über Modbus TCP Server bereitstellen“ und speichern die Einstellungen. Das gleiche machen wir auch mit der ersten Ladesäule. Wenn wir jetzt bei den Modbus Einstellungen den Button: „Aktive Geräte anzeigen“ drücken, werden der Netzanschlusszähler und die erste Ladesäule aufgelistet. Die Zahl dahinter ist die Modbus Register Startadresse, ab der dann die Daten des jeweiligen Geräts bereitgestellt werden. Wir notieren uns die Modbus Adressen und öffnen Modbus Poll. Zunächst konfigurieren wir die Verbindung, dann definieren wir einen Modbuskanal. Wichtig ist hierbei, dass die Slave ID 2 sein muss, da es ansonsten zu Verschiebungen in den Registern kommt. Eigentlich ist bei Modbus TCP die Slave ID eher uninteressant, bei Geräten, also Zählern und Ladesäulen muss diese aber zwei sein. Da wir Daten empfangen wollen wählen wir die Funktion: „Read Holding Register“ aus, die Adresse ist die notierte Startadresse, Quantity wissen noch nicht, müssten wir im Handbuch nachschauen, was wir später auch machen, jetzt geben wir hier aber 50 ein, damit sollten alle Zählerwerte erfasst werden. Wir bestätigen OK und erhalten Daten. Mit den dargestellten Werten können wir noch nicht ganz so viel anfangen, da uns hier die Rohdaten angezeigt werden und wir einzelne Werte erst noch in Realwerte umwandeln müssen. Die ersten beiden Werte 213 und 126 haben eine bestimmte Bedeutung, an der 213 erkennen wir, dass es sich um einen Zähler handelt und die 126 gibt an wieviel Wörter der Zähler bereitstellt. Das ist auch im Handbuch beschrieben. Im Kapitel: „Globale Variablen des SunSpec-Modells“ sind die entsprechenden Modbus Register beschrieben. Auch die 213 des Netzanschlusszählers wird aufgelistet und hier ist die Beschreibung des Wertes in der sämtliche Zählerwerte auftauchen. Wir sehen auch hier, dass wenn wir nachher die Ladesäule aufrufen, diese die Kennung 113 haben, wird. Wir scrollen runter bis zur Auflistung der Modellnummer 213. In der zweiten Spalten ist dann der Offset angegeben. In unserem Fall haben wir die Startadresse 40070, dass heißt im Registerwort 40070 steht die Modellnummer 213. Im Registerwort 40071, also Offset 1, steht die Länge 126, dass heißt, dass unser Netzanschlusszähler in den Registerwörtern 40070 bis 40196 Daten bereitstellt. Dementsprechend wird uns im Offset 2 also 40072 der Summenstrom angezeigt und z.B. im Offset 28 was 40098 ist, die Gesamtwirkleistung. Zurück im Modbus Poll wollen wir uns jetzt die Werte richtig anzeigen lassen. Im Menü Display schalten wir um auf 32-bit Fließkommazahl im Format Big-endian und wenn wir den Offsetwert 2, also den Gesamtstrom mit dem angezeigten Wert im WAGO Load Management vergleichen, sehen wir, dass wir den korrekten Wert empfangen. Genauso lassen sich auch die Werte der Ladesäule empfangen und auswerten. Eine Besonderheit bei der Adressvergabe muss allerdings noch bedacht werden. Werden weitere Geräte aktiviert, um Daten über den Modbus Server bereitzustellen, verschieben sich die Adressbereiche. Um das einmal zu zeigen, machen wir uns einen Screenshot von den bereits aktiven Modbus Geräten und fügen den PV Zähler hinzu. Wenn wir jetzt nochmal die aktiven Geräte anzeigen, sehen wir das sich die Adresse des Netzanschlusszählers verschoben hat. Daher empfiehlt es sich zunächst alle benötigten Geräte im WAGO Load Management hinzuzufügen und erst dann im Client die Adressen zuzuordnen. Schauen wir uns nochmal die Auflistung im Handbuch an, haben wir zum einen den Adressbereich, für Geräte wie Zähler, Ladesäulen und Speicher, der bei 40.000 beginnt. Aber es wird auch ein Bereich mit der Modellnummer 60.000 aufgelistet. Dies ist der nicht standardisierte Adressbereich für herstellerspezifische Daten. Das WAGO Load Management stellt hier weitere Daten bereit, die über die Geräte so nicht verfügbar sind. Teilweise lassen sich diese Werte auch beschreiben. Wir können also in diesem Bereich nicht wie im standardisierten Bereich Werte ausschließlich lesen, sondern auch beschreiben. Eine beliebte Anwendung hierbei ist, den Maximalen Gesamtstrom über Modbus vorzugeben. Bislang haben wir diesen mit 105.000mA in den Einstellungen als feste Größe vorgegeben. Jetzt wollen wir diesen aber „von außen“ über den Modbus TCP Client vorgeben. Zunächst müssen wir die Registeradresse des maximalen Gesamtstroms finden. Der maximal Gesamtstrom ist im Modell 60.000 an dritter Stelle aufgelistet mit einem Offset von 2. Ganz oben in der Liste finden wir die Startadresse des Modell 60.000. Der Adressbereich des Modells beginnt bei 40952. Das heißt, wen wir jetzt mit Modbus Poll diesen Bereich auslesen, müsste an der dritten Stelle, also dem Offset 2, der Wert 105.000mA stehen. Der an Adresse 40954 angezeigt Wert ist zwar noch nicht 105.000mA, wenn wir uns die Anzeige aber auf einen Real Wert umschalten, werden die 105.000mA angezeigt. Jetzt ändern wir in Modbus Poll den Wert und senden Ihn an das WAGO Load Management – dort muss die Seite natürlich einmal neu geladen werden, der maximale Gesamtstrom wurde überschrieben und der neue Wert wird angezeigt. Damit sind wir am Ende vom Tutorial wie man im WAGO Load Management Daten über Modbus bereitstellt und empfängt. Hinterlasst uns gerne einen Daumen hoch, wenn euch das Video geholfen hat, abonniert den Kanal und meldet euch im WAGO Support Center wenn ihr noch Fragen habt.